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<title>Blockbau</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Blockbau</span></h1>
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<p><b>Blockbau</b> (auch <i>Blockwerk</i>, <i>Gewättbau</i> und <i>Strickbau</i>, Schweizerdeutsch <i>Fleck(en)</i> genannt) ist eine <a href="Holzbau" title="Holzbau">Holzbautechnik</a>, die bereits seit dem <a href="Neolithikum" class="mw-redirect" title="Neolithikum">Neolithikum</a> bekannt ist. Es handelt sich um eine <a href="Massivbau" title="Massivbau">Massivbauweise</a>, die vor allem in Europa und Asien verbreitet ist und überwiegend im Hausbau (<a href="Blockhaus" title="Blockhaus">Blockhaus</a>) und für andere feste Bauwerke eingesetzt wird. Dazu zählen beispielsweise <a href="Befestigungsanlage" class="mw-redirect" title="Befestigungsanlage">Befestigungsanlagen</a>, <a href="Brunnenbau" title="Brunnenbau">Brunnen-</a> und <a href="Wasserbau" title="Wasserbau">Wasserbauwerke</a>, <a href="Gr%C3%BCndung_(Bauwesen)" title="Gründung (Bauwesen)">Gründungs- und Fundamentbauwerke</a>.
</p><p>Die Blockbauweise ist neben der <a href="St%C3%A4nderbauweise" title="Ständerbauweise">Ständerbauweise</a> die zweite grundlegende Konstruktionsform im Holzbau. Die Kombination, also in einen Ständerrahmen eingefasstes Block- oder Bohlenwerk, nennt man <a href="St%C3%A4nderbohlenbau" title="Ständerbohlenbau">Ständerbohlenbau</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bautechnik">Bautechnik</h2></div>
<p>Die Blockwand, die in der Regel auf einem Steinfundament oder Hartholzrahmen (Fußbäumen) aufliegt, entsteht durch das Aufeinanderschichten liegender Hölzer. Die Länge des zur Verfügung stehenden Stammholzes bestimmt die Größe des im Grundriss meist rechteckigen oder quadratischen Bauwerks. Die Hölzer können als <a href="Rundholz" title="Rundholz">Rundholz</a>, abgeflachtem oder vierkantig geflächtem Holz (Schweizerdeutsch: gefleckt, Flecken, Fleck<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) oder gesägtem Kantholz (<a href="Balken" title="Balken">Balken</a>) verbaut sein. Bei Rundholz kommt abwechslungsweise das dünnere Zopfende über das dickere Stammende des Stammes zu liegen, um das volle Holz auszunutzen. Die derart geschichteten Wände durchdringen sich an den Ecken mithilfe von <a href="Verk%C3%A4mmung#Kämmung" class="mw-redirect" title="Verkämmung">Verkämmungen</a> oder <a href="Verblattung" class="mw-redirect" title="Verblattung">Verblattungen</a> der einzelnen Hölzer (das eigentliche <i>Zimmer</i>, von dem <a href="Zimmerer" title="Zimmerer">Zimmermann</a> und <a href="Zimmer" title="Zimmer">Zimmer</a> den Namen haben, oder <i>Schrot</i> genannt). Die Bäume können nur geschlichtet, oder untereinander <a href="Holzverbindung#Holznagel" title="Holzverbindung">vernagelt (verdübelt)</a> sein, bündig dicht oder mit einer Dichtfüllung (etwa Moos oder Werg), für luftige Bauten (Stadel, <a href="Scheune" title="Scheune">Scheunen</a> und Heuschober) auch auf Abstand. Bei mehrräumigen Bauten können die Innenwände, sofern sie massiv gebaut sind, ebenfalls mit den Außenwänden verkämmt oder verblattet sein; sie sind dann als senkrechte Reihen von <a href="Balkenkopf" title="Balkenkopf">Balkenköpfen</a> von außen erkennbar (verziert als <a href="Zierschrot" class="mw-redirect" title="Zierschrot">Zier-, Mal-, Klingschrot</a>). Weiterentwicklungen der Neuzeit tendieren zu verzinkten Ecken, die nur um weniges oder gar nicht aus der Fassadenebene vorstehen. Außerdem geht man im modernen Blockbau zu <a href="Holzverbindung#Spundung" title="Holzverbindung">gespundeten</a> oder mit <a href="Nut-Feder-Verbindung" title="Nut-Feder-Verbindung">Nut-Feder-Verbindung</a> gedichtetem Blockwerk über.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Der Blockbau galt seit jeher als eine der ursprünglichsten Bauweisen der westlichen Kulturkreise; <a href="Vitruv" title="Vitruv">Vitruv</a> (II,1,4) beispielsweise subsumiert die <i>kolchische</i> Blockbautradition – gemeint ist die antike Region <a href="Paphlagonien" title="Paphlagonien">Paphlagonien</a> in der heutigen Türkei – unter die „Anfänge“ des Hausbaus, die bei den „auswärtigen Völkerschaften“ zu seiner Zeit noch tradiert wurden. Tatsächlich gibt es inzwischen viele Belege dafür, dass die Blockbautechnik bereits in prähistorischer Zeit eine gängige Bauweise vor allem in Mitteleuropa war. Sie kam seit dem Neolithikum beim Brunnenbau,<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ab dem 2.&nbsp;Jahrtausend v.&nbsp;Chr. auch beim Hausbau zum Einsatz, eine wichtige Fundstätte hierfür ist das schweizerische Savognin <a href="Padnal" class="mw-redirect" title="Padnal">Padnal</a>.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Eisenzeit wurde die Bauweise auch für Hügelgrabkammern verwendet, bedeutende Beispiele hierfür sind die <a href="Tumulus" class="mw-redirect" title="Tumulus">Tumuli</a> von <a href="Gordion" title="Gordion">Gordion</a> oder die <a href="Skythisch" class="mw-redirect" title="Skythisch">skythischen</a> Fürstengräber<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> im russischen <a href="Altai-Gebirge" class="mw-redirect" title="Altai-Gebirge">Altai-Gebirge</a>. In römischer Zeit finden sich Hinweise auf Befestigungsanlagen und Wachtürme in Blockbauweise, Vitruv II, 9, 59 beschreibt einen entsprechenden Turm im Zusammenhang mit der Einnahme der Stadt Larignum durch Julius Caesar. Im Hausbau dürfte die Bauweise bis heute kontinuierlich verwendet worden sein, auch wenn die ältesten noch stehenden
<a href="Blockhaus" title="Blockhaus">Blockhäuser</a> erst aus dem Mittelalter stammen.
</p>

<p>Eine Renaissance erlebt das Blockhaus, das seit der frühen Neuzeit als wenig brandfest, dauerhaft und insgesamt veraltet galt, im zeitgenössischen Holzbau, wo es – alle Brandschutzvorschriften erfüllend – in der <a href="Fertighaus" title="Fertighaus">Fertighaustechnik</a> eine wichtige Rolle spielt, und modernen Ansprüchen <a href="Energieeffizientes_Bauen" class="mw-redirect" title="Energieeffizientes Bauen">energieeffizienten</a> und <a href="Nachhaltiges_Bauen" title="Nachhaltiges Bauen">nachhaltigen Bauens</a> entspricht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Hermann_Phleps" title="Hermann Phleps">Hermann Phleps</a>: <i>Holzbaukunst – Der Blockbau.</i> Karlsruhe 1942.</li>
<li><a href="Adelhart_Zippelius" title="Adelhart Zippelius">Adelhart Zippelius</a>: <i>Vormittelalterliche Zimmerungstechnik in Mitteleuropa.</i> In: <a href="Rheinisches_Jahrbuch_f%C3%BCr_Volkskunde" title="Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde">Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde</a> 5, 1954, S. 7–52.</li>
<li><a href="Peter_Donat_(Arch%C3%A4ologe)" title="Peter Donat (Archäologe)">Peter Donat</a>: <i>Haus, Hof und Dorf in Mitteleuropa vom 7. bis 12. Jahrhundert. Archäologische Beiträge zur Entwicklung und Struktur der bäuerlichen Siedlung</i> (= Schriften zur Ur- und Frühgeschichte 33). Akademie-Verlag Berlin 1980.</li>
<li><a href="Hermann_Hinz" title="Hermann Hinz">Hermann Hinz</a>: <i>Ländlicher Hausbau in Skandinavien vom 6. bis 14. Jahrhundert&nbsp;: Stova – Eldhus – Bur</i> (= <a href="Zeitschrift_f%C3%BCr_Arch%C3%A4ologie_des_Mittelalters" title="Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters">Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters</a>, Beiheft 5), Habelt, Bonn 1989, ISBN 3-7927-0989-9.</li>
<li>Cornelia Weinmann: <i>Der Hausbau in Skandinavien vom Neolithikum bis zum Mittelalter. Mit einem Beitrag zur interdisziplinären Sachkulturforschung für das mittelalterliche Island</i> (= Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte der germanischen Völker 106). De Gruyter, Berlin/Boston 1994, ISBN 978-3-11-187065-6.</li>
<li>E. L. Kohler: <i>The Lesser Phrygian Tumuli. Part 1. The Inhumations.</i> 1995.</li>
<li><a href="Alexander_von_Kienlin" title="Alexander von Kienlin">Alexander von Kienlin</a>: <i>Die hölzerne Grabkammer von Tatarli: Ein hochentwickeltes Beispiel antiker anatolischer Blockbautradition aus dem 5. Jh. vor Christus.</i> In: <a href="Martin_Bachmann" title="Martin Bachmann">Martin Bachmann</a> (Hrsg.): <i>Bautechnik im antiken und vorantiken Kleinasien</i> (= <i>Byzas.</i> Band 9). Istanbul 2009, S. 211–224.</li>
<li>Rengert Elburg, Petra Herold: <i>Tiefe Einblicke in die Vergangenheit. Der jungsteinzeitliche Brunnen aus Altscherbitz gibt Aufschluss über das Leben vor 7100 Jahren</i>. In: Archæo – Archäologie in Sachsen 7, 2010, S. 23–27.</li>
<li><a href="Uta_Hassler" title="Uta Hassler">Uta Hassler</a>, F. Altherr, Alexander von Kienlin (Hrsg.): <i>Appenzeller Strickbau. Untersuchungen zum ländlichen Gebäudebestand in Ausserrhoden.</i> Zürich 2011.</li>
<li>J. Weiner: <i>Neolithische Brunnen. Bemerkungen zur Terminologie, Typologie und Technologie mit einem Modell zur bandkeramischen Wasserversorgung.</i> In: Brunnen der Jungsteinzeit. Internationales Symposium Erkelenz 27. bis 29. Oktober 1997. (= Materialien zur Bodendenkmalpflege im Rheinland 11). Köln 1998. S. 193–213.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Log_cabin_corner_joints?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Blockhaus Eckverbindungen</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://digital.idiotikon.ch/idtkn/id1.htm#!page/11191/mode/1up">Eintrag <i>Flecke</i></a> im Schweizerischen Idiotikon, Band 1, Spalte 1191.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Bandkeramischer_Brunnenbau" title="Bandkeramischer Brunnenbau">Brunnenbau</a> abgerufen am 4. Mai 2011.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Jürg Rageth: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001429"><i>Savognin.</i></a> In: <i><a href="Historisches_Lexikon_der_Schweiz" title="Historisches Lexikon der Schweiz">Historisches Lexikon der Schweiz</a></i>. <span style="white-space:nowrap;"> 9.&nbsp;Dezember 2016</span>, abgerufen am <span style="white-space:nowrap;">5.&nbsp;Juni 2019</span>.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20120111120858/http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20061212">Fürstengräber</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 11. Januar 2012 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) abgerufen am 4. Mai 2011.</span>
</li>
</ol>
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Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4146022-4">4146022-4</a></span> </div>
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